Kopfüber Down Under

Samstag, Dezember 09, 2006

Radtouren Rund um den Swan River

Wir haben uns vor ein paar Monaten endlich neue Fahrräder gekauft und sind zu begeisterten Radfahrern mutiert! In Sachen Ausdauer haben wir zwar noch viel Nachholbedarf, aber wir haben inzwischen sogar die Rundfahrt Bassendean - East Perth - South Perth - Narrows Bridge - Bell Tower - WACA - East Perth - Bassendean in etwa zwei Stunden geschafft. Das sind immerhin ganze 36km ... nicht schlecht für zwei Personen, die das erste Mal seit Jahren auf Fahrrädern unterwegs sind!

Die Route ist wirklich schön, der Fahrradweg an den Bahngleisen entlang hat zwar nicht gerade viele landschaftliche Highlights zu bieten, aber dafür ist der Radweg selbst einfach klasse - breit, glatt geteert, gut ausgeschildert und mit nur einer Straßenkreuzung, ansonsten kann man ganz ohne Unterbrechung durchradeln.

Und sobald man am Swan River ist, wird es wirklich interessant. Das Wasser im Fluß ist immer himmelblau, die Skyline sieht von South Perth aus einfach klasse aus, es gibt jede Menge Enten, schwarze Schwäne und Pelikane zu sehen, und außerdem sind immer viele Leute unterwegs (die sich aber im Allgemeinen an die Radwegregeln halten und sehr rücksichtsvoll sind).

Auf dem Rückweg kann man auch gut in der Royal Brasserie in East Perth Halt machen und auf der Terrasse mit Blick auf die Lagune einen Kaffee trinken. Wir haben uns dazu je ein fettes Stück Kuchen gegönnt - unsere Ausrede ist, daß es unser Frühstücksersatz war.

Fazit: Wir hätten uns die Fährräder vor Jahren zulegen sollen, es ist einfach klasse, Perth per Fahrrad zu erkunden!

Montag, März 20, 2006

Sonntagsfrühstück

Am liebsten würde ich jeden Sonntag zum Frühstück Freunde treffen, aber meistens kommen wir nicht rechtzeitig aus dem Bett oder ich bin schon um halb sieben im Ruderboot auf dem Swan River und bin ganz froh, danach zuhause gemütlich einen Kaffee zu trinken und danach ein Vormittagsschläfchen zu halten.

Letzten Sonntag haben wir uns aber zum Frühstück mit einem befreundeten Paar im Coode Street Cafe in Mount Lawley getroffen. Coode Street Cafe ist eines meiner Lieblingsziele für Frühstück oder Lunch; das Cafe ist einfach schön und hat auf nette Weise einen Hauch von Tante Emma-Laden an der Ecke bewahrt. Das Essen ist alles andere als altmodisch; das Cafe hat zwar keine sehr ausführliche Karte, aber gerade beim Frühstück ist von eingelegten Pfirsichen mit Ricotta bis zum Eggs Benedict mit Pilzen und grünem Spargel für jeden Geschmack etwas dabei, und der Kaffee (vor allem der Latte) ist einer der besten in Perth.

Was Coode Street Cafe seinen besonderen Charme gibt ist die Tatsache, daß das Cafe relativ versteckt in einer Wohngegend von Mt Lawley, ein paar Straßen von Beaufort Street entfernt. Die Straßen sind von großen alten Peppermint-Bäumen gesäumt, und die Gegend ist voller alter Häuser aus den 40er Jahren (hach, wäre es schön, wenn wir und dort ein Haus leisten könnten!). Das Publikum ist gemischt - Familien und Paare aus der Nachbarschaft fühlen sich im Coode Street Cafe genauso wohl wie Schwule, Rentner und "Ladies who lunch". Eindeutig empfehlenswert!! Coode Street Cafe belegt eindeutig Platz 1 meiner Sonntagsfrühstücks-Hitliste. Die weiteren Plätze sind aber auch schwer umkämpft ... ich würde mal sagen:

  1. Coode Street Cafe, Mount Lawley
  2. John Street Cafe, Cottesloe
  3. Soto, Highgate
  4. Zamia Cafe, Kings Park, Perth
  5. Giardinis, Leederville

Montag, März 13, 2006

Kings Park - Perfekt für Open-Air Konzerte

Unser letzter Besuch bei WASO, dem West Australian Symphony Orchestra, liegt schon einige Monate zurück, aber jetzt habe ich WASO gleich zweimal in acht Tagen gehört, und zwar im perfekten Open-Air Ambiente in Kings Park! So gefällt mir die Kultur in Perth!

Vorletztes Wochenende gab Nigel Kennedy ein Gastspiel mit WASO und präsentierte einen Vivaldi-Abend; bevor er die obligatorischen "Vier Jahreszeiten" zum besten gab, spielte er erst mal drei weniger bekannte Konzerte von Vivaldi (deren Titel mir als Klassik-Banause auch prompt wieder entfallen sind). Alle älteren Besucher hörten sicher mit roten Ohren zu, da Nigel zwischen den Stücken ausgiebig herumfluchte und seinem Image als Bad Boy der Klassik gerecht wurde. Aber die Musik war toll - vor allem die unbekannteren Vivaldi-Stücke. Bei den "Vier Jahreszeiten" hatte ich ehrlich gesagt den Eindruck, daß Nigel sich zu Tode langweilt und das Stück so ruppig und schnell wie möglich über die Bühne bringen wollte. Aber Hauptsache, das Publikum hatte Spaß - und ich glaube, daß Orchester hatte auch Spaß an den unkonventionellen Plaudereinlagen und Flachsereinen.

Letzten Samstag spielte das volle WASO-Orchester dann mit den australischen Rocklegenden Tim Rogers (Frontmann von You Am I) und Tex Perkins (The Cruel Sea). Ich höre zwar ab und zu ein bißchen You Am I, könnte aber wahrscheinlich nur ein oder zwei Songs wiedererkennen, so daß ich nicht genau wußte, was geboten werden würde. Die Kombination von klassischem Orchester mit modernen Rock-Songs (viele aus den 80er und 90ern, glaube ich) hat aber super funktioniert; bei manchen Songs besser als bei anderen, aber ich denke, daß die Orchesteruntermalung sich bei manchen Liedern besser anhörte als das Original. Tim und Tex hatten ihre eigene Bar mit Bartender auf der Bühne und haben während des Konzertes fröhlich an Martinis (glaube ich) genippt, was vielleicht dazu beigetragen hat, daß beide während einer männlichen Umarmung bei ihrem Abgang prompt von der Bühne gefallen sind (hoffentlich haben sie sich nicht zu sehr weh getan). Soweit ich sehen konnte, wurden aber zum Glück keine der Enten verletzt, die wie immer im Teich des Pioneer Womens Memorials herumschwammen und in den ungeeignetsten Augenblicken laut zustimmend quakten. Ohne die Enten wäre es meiner Meinung nach nur halb so schön!

Schade, daß wir alle anderen Veranstaltungen des Sommers in Kings Park verpaßt haben ... aber langsam wird es doch zu kühl, bei Tex und Tim haben wir schon richtig gebibbert. Der Herbst kommt ... schade!

Mittwoch, März 08, 2006

Letzes Aufbäumen des Sommers

Mein letzter Eintrag ist schon acht Monate alt - seitdem habe ich im letzten August mein MBA-Studium erfolgreich abgeschlossen, mein Job war ziemlich hektisch (viel strategisches Planen) und dazu waren mein Mann und ich zwischen August und Februar dreimal im Urlaub - einmal vier Wochen in Deutschland und Griechenland, dann ein paar Tage in Nord-Victoria und zum Abschuß zwei Wochen in Neuseeland. Kein Wunder, daß ich nicht zum Bloggen gekommen bin.

Darüber ist der Sommer aber auch schon vergangen, auch wenn es dieses Jahr sowieso ein komischer Sommer in Perth war. Bis Ende Januar war es eigentlich recht kühl, und wir hatten ungewöhnlich viel Regen. Obwohl ich mich von den Temperaturen her pudelwohl gefühlt habe (30 Grad sind eindeutig angenehmer als 40 Grad), habe ich wirklich nicht das Gefühl, daß wir einen richtigen Sommer hatten. Es war sogar etwas schwierig, einen klaren Abend fürs Outdoor-Kino zu finden, wo man normalerweise zwischen Dezember und März darauf wetten kann, daß es heiß und sonnig ist. Ich kann mir vorstellen, daß die Betreiben der Outdoor-Kinos und Freiluft-Theater dieses Jahr nicht gerade glücklich sind.

Immerhin bäumt sich der Sommer momentan nochmals mit allen Kräften auf - seit mindestens fünf Tagen haben wir Tagestemperaturen über 34 Grad, am Sonntag waren es sogar 38 Grad. Wir waren nachmittags beim Football-Spiel der Dockers gegen Collingwood; mir war selbst beim Stillsitzen im Schatten schon superheiß, ich weiß nicht, wie es die Spieler geschafft haben, zwei Stunden bei den Temperaturen in der Sonne herumzurennen. Auf jeden Fall haben die Fremantle Dockers gewonnen, so daß wir wenigstens nicht umsonst geschwitzt haben!

Mittwoch, Juni 15, 2005

Regenbogen

Bevor ich überhaupt anfange, geb ich es offen zu: vor drei Monaten habe ich noch über die Hitze und Dürre gejammert, und kaum regnet es in Perth mal vernünftig, hab ich auch davon wieder genug. Es hat in Perth ab Anfang Juni über eine Woche lang mehr oder wenig ununterbrochen geregnet, und die Sonne kam erst vorgestern wieder kurz raus.

Eigentlich wäre es wirklich am besten, wenn das Regenwetter noch ein paar Monate anhält – letzten Meldungen zufolge sind erst 10 Gigaliter in die Dämme um Perth geflossen und sie sind immer noch nur zu einem Viertel voll. Aber was Niederschlagsmengen angeht, sieht dieses Jahr bisher ganz gesund aus. Wir hatten schon im Mai deutlich mehr als die durchschnittliche Niederschlagsmenge für den Monat, und im Juni liegen wir momentan nur 9mm unter den Durchschnitt für den ganzen Monat, obwohl es gerade erst Mitte des Monats ist. (Ich gebe es zu – ich lese den Wetterbericht mit den Niederschlagsmengen täglich! Und beim Bureau of Meteorology kann man die Wettermeßdaten von verschiedenen Meßstationen quasi real time bekommen!) Hoffentlich kriegen wir noch mehr Regen – und hoffentlich kommt dazwischen aber auch mal die Sonne raus.

Vorgestern stand in der Zeitung, daß die Straßenkriminalität während des Regenwetters deutlich zurückgegangen ist, aber daß dafür die Anzahl von Gewalttaten in der Familie und die Zahl der Anrufe wegen Depression bei pychologischen Hilfsdiensten stark zugenommen hat ... ich bin also wohl nicht die einzige, der das Wetter aufs Gemüt schlägt! Die Bevölkerung in Perth – mich eingeschlossen – ist eben einfach vom Klima hier viel zu verwöhnt ... wer weiß was passieren würde, wenn man uns zwingen würde, die Wintermonate in Helsinki zu verbringen. Wir wäre bestimmt alle nach zwei Wochen bereit, vom nächsten Hochhaus zu springen ...

Eine gute Seite hat das winterliche Regenwetter hier aber doch: Ich habe noch nie zuvor so regelmäßig Regenbögen gesehen! Meistens sieht man volle 180 Grad-Regenbögen ganz klar, und manchmal sieht man sogar zwei Regenbögen nebeneinander auf einmal. Und Regenbögen stimmen mich einfach fröhlich ... vielleicht auch, weil man dann weiß, daß irgendwo in der näheren Umgebung die Sonne scheint!

Mittwoch, Mai 25, 2005

Ende der Sendepause

Meine Güte, ein Teilzeitstudium kann einem wirklich das Sozialleben verderben. Ich hatte im April und Anfang Mai mit meinem Strategic Management-Kurs unheimlich viel um die Ohren, dann hatten wir drei Wochen Unipause, während der ich überhaupt keine Lust auf Lehrbücher oder Computer hatte, und darüber wurde es doch glatt Ende Mai.

Zur Entspannung waren wir für eine Wochenende in Pemberton, und haben die Zeit damit verbracht, auf dem Balkon unseres Zimmers zu sitzen, auf einen See und Karribäume zu schauen und die Seele baumeln zu lassen. Und ganz in der Nähe gibt es eine Destillerie, die die sündigsten Liköre und Schnäpse herstellt. Besser geht es kaum!

Freitag, März 11, 2005

Regen!

Gestern hat es das erste Mal seit Monaten hier in Perth für ein paar Stunden richtig gegossen - endlich! Es wird nun also doch langsam Herbst ...

Nur kann einem Western Power wirklich leid tun (und erst recht deren PR-Team). Die Firma kommt aus den schlechten Nachrichten nicht raus, und sobald es nach dem Sommer in Perth das erste Mal richtig regnet, brechen überall "pole top fires" aus - irgendwie entzündet sich der Staub, der sich auf die Kabel gelegt hat, und die hölzernen Strommasten fangen dann lustig an zu brennen ... die Phyisk, die dahintersteckt, verstehe ich auch nicht ganz, aber das Ganze führt auf jeden Fall zu flächendeckenden Stromausfällen, die am nächsten Tag prompt auf der Titelseite der West Australian auftauchen. Tja, da lobe ich mir die unterirdische Stromverkablung in Deutschland!